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Groupware (Kalender & Kontakte)

Die Groupware-Erweiterung ergänzt die E-Mail um Kalender und Kontakte (CalDAV/CardDAV) auf Basis von SOGo — als optionaler Tarif-Baustein, der neben dem bestehenden Mail-Stack (Postfix/Dovecot) läuft. E-Mail bleibt unverändert in Dovecot; die Groupware liefert ausschließlich Kalender/Kontakte über offene Standards.


SOGo ist das Standard-Webmail

SOGo ist die einzige Webmail-Oberfläche von enconf (Roundcube wird abgelöst — eine Engine, weniger Pflege). Wichtig zu unterscheiden:

  • Webmail (immer aktiv): Jedes Postfach meldet sich unter webmail.<domain>, mail.<domain> oder im Panel unter /webmail bei SOGo an — mit denselben Zugangsdaten wie beim Mailabruf. Dafür ist keine Tarif-Berechtigung nötig.
  • Groupware-Tarif (optional): Kalender, Kontakte und Aufgaben (CalDAV/CardDAV) pro Postfach, gesteuert über die Paket-Berechtigung Groupware (siehe unten).

Automatische Migration von Roundcube

  • Neuinstallationen bekommen von Anfang an SOGo — Roundcube wird nicht mehr installiert.
  • Bestehende Installationen werden beim Update automatisch und verlustfrei umgezogen: Jedes Dovecot-Postfach wird in SOGo angelegt, persönliche Kontakte (Adressbuch) und der Absender-Anzeigename werden nach SOGo übernommen. Erst wenn alle Postfächer migriert sind, stellt der Server die Webmail-Adressen auf SOGo um, legt eine Sicherung der Roundcube-Datenbank an und entfernt Roundcube.
  • Sicher gebaut: Roundcube wird nie entfernt, solange die Migration nicht pro Postfach bestätigt ist oder das Panel-Paket noch von Roundcube abhängt — der Umzug holt sich das beim nächsten Start selbst nach. E-Mails bleiben unangetastet in Dovecot.

Was die Groupware bietet

  • Kalender (CalDAV) und Adressbücher (CardDAV) pro Postfach
  • Zero-Touch-Einrichtung in gängigen Clients (Thunderbird, eM Client, Apple) — ohne jedes Konto einzeln zu konfigurieren
  • Geteilte Kalender/Kontakte für Teams über SOGos eigene Freigabe-Oberfläche
  • Läuft pro Server (Multiserver): jede Instanz nutzt das lokale Dovecot + eine isolierte lokale Datenbank

Isolation & Sicherheit

Die Groupware-Datenbank ist pro Server isoliert (eigener PostgreSQL-User, REVOKE CONNECT). Die Anmeldung wird an Dovecot delegiert — es werden keine zusätzlichen Passwort-Hashes dupliziert.


Aktivieren

SOGo wird auf jedem Mailserver automatisch beim Agent-Start installiert und konfiguriert (Dovecot vorausgesetzt) — dafür ist keine manuelle Server-Freigabe nötig, es gibt dazu keinen separaten Schalter im Admin-Bereich.

1. Tarif-Berechtigung

Im Paket (Admin → Pakete) die Berechtigung Groupware aktivieren und optional Max. Groupware-Konten setzen (0 = unbegrenzt). Ohne diese Berechtigung sieht der Kunde den Menüpunkt Groupware nicht.

2. Pro Postfach

Der Kunde aktiviert im Kundenbereich unter Groupware die Kalender/Kontakte pro Postfach und erhält die Verbinden-Buttons (Apple-Profil, CalDAV-URL zum Kopieren). Das ist bereits der letzte Schritt — SOGo selbst läuft zu diesem Zeitpunkt schon.


Zero-Touch-Discovery

Bei intern verwalteter DNS legt das Panel automatisch die RFC-6764-Records an:

Record Zweck
groupware.<domain> A Groupware-Host
_caldavs._tcp SRV + TXT Kalender-Auto-Discovery
_carddavs._tcp SRV + TXT Kontakte-Auto-Discovery

Kunden mit externem DNS sehen die benötigten Records inklusive Live-Check im Kundenbereich (DNS-Prüfung je Domain).

Apple-Geräte erhalten ein signiertes .mobileconfig-Profil, das Mail und Kalender/Kontakte in einem Schritt einrichtet.


Last messen

Unter Admin → System zeigt das Per-Dienst-Last-Panel einen eigenen Groupware-Bucket (CPU/RAM) — so ist die zusätzliche Last durch SOGo jederzeit sichtbar.


Team-Freigaben

Geteilte Kalender und Kontakte werden direkt in SOGos Weboberfläche freigegeben (Rechtsklick auf einen Kalender/ein Adressbuch → Teilen → Nutzer + Rechte). Das läuft SOGo-intern und benötigt keine separate Panel-Konfiguration.


Team-Postfächer (geteilte E-Mail-Ordner)

Zusätzlich zu Kalender-/Kontakt-Freigaben über SOGo (siehe oben) unterstützt das Panel geteilte Mail-Postfächer — ein Team-Mitglied liest/schreibt direkt im Posteingang eines anderen Postfachs, z. B. ein gemeinsames support@domain.de. Das läuft über Dovecots natives ACL-System (IMAP) und ist unabhängig von SOGo/Kalendern.

Voraussetzung

Team-Postfächer erfordern Dovecot 2.4 (Debian 13). Die Berechtigung ist an dieselbe Paket-Freischaltung Groupware gekoppelt wie Kalender/Kontakte — ein separates Limit für die Anzahl Teams gibt es nicht, es greift implizit das Postfach-Limit des Pakets.

Einrichten

  1. Admin → Pakete: Berechtigung Groupware aktivieren (falls noch nicht geschehen — dieselbe Voraussetzung wie für Kalender/Kontakte).
  2. Kundenbereich → Groupware: Im Bereich Team-Postfächer auf Team erstellen klicken, einen Namen vergeben und ein bestehendes Postfach als geteiltes Postfach auswählen — dessen gesamter Posteingang wird geteilt, kein einzelner Unterordner.
  3. Über Mitglied hinzufügen ein weiteres Postfach derselben Subscription mit Rechtestufe Nur lesen oder Voller Zugriff hinzufügen.

Für den Kunden: kein Client-Setup nötig

Mitglieder loggen sich mit ihrem eigenen, normalen IMAP-Login ein (Thunderbird, Apple Mail, Outlook — beliebiger Client). Der geteilte Ordner erscheint automatisch im Ordnerbaum, meist unter einem eigenen Namespace-Knoten ("Shared Folders" / "Andere Nutzer") — kein zweites Passwort, kein separater Account, keine manuelle Konfiguration.

Mitglied entfernen / Team löschen

Beim Entfernen eines Mitglieds wird nur dessen Zugriffsberechtigung zurückgezogen — alle anderen Mitglieder behalten ihren Zugriff. Beim Löschen eines Teams werden alle Mitgliedschaften einzeln zurückgezogen; das Postfach selbst und sein Posteingang bleiben unangetastet — es wird nichts gelöscht, nur der geteilte Zugriff entzogen.